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Spanien: Ronda, Wunder im Hinterland Andalusiens

Der Fluss in der tiefen Schlucht spiegelt die zerrissenen Lichter des Himmels, aber auch mein Innerstes wider, schrieb der Deutsche Dichter Rainer Maria Rilke, als er im Dezember 1912 in Ronda ankam. Aber mehr noch, dieses auf zwei Felsmassen gebaute Wunder ist eine unvergleichliche Erscheinung, im Lichte der Andalusischen Sonne. Im Hotel Reina Victoria, das bis heute das Zimmer seines poetischen Gastes wie ein kleines Museum hütet, hatte er eine monatelange Rast während seiner Spanienreise eingelegt,

Ronda: Wunder im Hinterland Andalusiens


Von der Romeros Arena aus brechen wir in die Altstadt auf, wir schlendern, bummeln, verlieren uns im Labyrinth der engen Gassen, über die tatsächlich auch heute noch Wäscheleinen gespannt sind. Plötzlich wieder an die Puente Nuevo gelangen wir an die Neue Brücke, die den wohl spektakulärsten Blick in den Tajo, wie die Schlucht heißt, bietet.

Von der einen Seite, dem alten Handelsplatz, Mercadillo genannt, zur Altstadt geht es immer weiter, über fast ein Dutzend ganz unterschiedlicher Plätze, so stille wie die Plaza de Carmen Abela, so lebhafte wie die Plaza de España. Vorbei an den Relikten aus muslimischer Zeit, an arabischen Bädern und einstigen Moscheen.

„Die Ortschaft – phantastisch und überaus großartig“, hatte Rilke über Ronda gesagt, das für ihn die „spanischste aller Ortschaften“ war: Städte, die wie Sevilla oder Córdoba im Ruf ewiger Schönheit standen, bedeuteten dem grüblerischen Dichter aus Deutschland nur wenig. Sein Aufenthalt in Ronda war nur eine kurze, von Heimweh und Sehnsucht geprägte Zwischenstation auf dem Rückweg nach Deutschland.

Im Hotel Reina Victoria verträgt er das Kaminfeuer nicht, für das er täglich eine Peseta und fünfzig Centimos bezahlt. Zu Beginn des Jahres 1913 verlässt er die Bergstadt, auch wir verlassen Ronda und fahren weiter nach Sevilla.

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